Montag, 5. März 2007

Rückblick auf die erste Vorlesungswoche

Damit nicht fälschlicherweise der Eindrucke entsteht, dass wir hier ausschliesslich Partys feiern und durch die Gegend touren, nun zur abwechslung mal ein Bericht über das Leben in der Uni.

Die Termine für die Seminare und Vorlesungen sind größtenteils sehr studentenfreundlich und finden zu einer Zeit statt, die nicht mehr zwangsläufig für die Regeneration benötigt wird - sprich mittags oder nachmittags. Viele meiner Kollegen haben sogar an einem oder mehreren Wochentagen komplett frei. Für mich gab es hingegen gestern erstmal eine böse Überraschung, als endlich der Termin für einen interessanten Kurs ("Digital Processing of Speech Signals") bekannt gegeben wurde, für den ich mich - in meinem jugendlichen Leichtsinn - auf gut Glück angemeldet habe. Der Kurs findet nämlich am Freitag Morgen um 7:30 statt. Ob ich diesen Kurs nun permanent in meinen Stundenplan aufnehme, wird die Zeit entscheiden.

Was die Qualität der Vorlesungen betrifft, war ich wieder einmal - wie schon so oft in den letzten zwei Wochen - begeistert. Beginnen wir mit der ersten Vorlesung am Montag Nachmittag: Philosophie 2. Dieses, inhaltlich momentan noch stark geschicktlich angehauchte Fach, ist eine perfekte abwechslung zu den ganzen technischen und mathematischen Kursen, die ich in den vergangenen Jahren belegt habe und ein optimaler Start für meine Vorlesungswoche. Der Kurs ist mit ca. 15 Studenten der vollste, den ich besuche und wird von einem Professor gehalten, der selbst entfernt an einen der alten grichischen Philosophen erinnert. Sein Englisch ist, wie auch das meiner anderen Professoren, tadellos. Mit dieser Vorlesung endet auch mein Montagsprogramm.
Kommen wir nun also zum Dienstag. Der einzige Programmpunkt an diesem Tag ist das Künstliche Intelligenz 2-Praktikum. Letztes mal waren wir dort 5 Leute. Ich habe aber noch zwei weitere überredet sich uns anzschliessen, was angesichts des Programms allerdings auch nicht besonders schwierig war. In den ersten 5 Wochen werden wir uns damit beschäftigen Teams von virtuellen Robotern zu entwerfen, die dann später gegen einander antreten werden. Danach werden wir uns mit intelligenten Agenten (Nein, das hat nichts mit James Bond zu tun) beschäftigen. Die Vorlesungsräume und Labore, in denen meine Kurse stattfinden sind alle sehr klein und befinden sich in einem schönen Altbau. Die Atmosphäre des Unterrichts erinnert aufgrund der Klassengröße an Schule, mit dem kleinen Unterschied, dass die Stundenten, da sie ja größtenteils Wunschfächer belegen, wesentlich motivierter sind als die meisten Schüler.

Der Mittwoch beginnt schon recht früh, um 11:00 mit "Software Testing and Diagnostics". Diese Vorlesung war natürlich recht vielversprechend und Thema ist ebenso Interessant, wie wichtig. Schliesslich gibt es nichts schlimmeres als fehlerhafte Software, da kann vermutlich jeder aus Erfahrung sprechen. Nach einener ausgedehnten Mittagspause ist meine nächste Vorlesung der Theoretische Teil von "Artificial Intelligence 2". Der Referent, ein junger, flippiger und perfekt englisch sprechender Professor, der stets seinen eigenen Beamer unter dem Arm trägt, hält meine potentielle Lieblingsvorlesung und es ist einfach eine wahre Freude ihm zuzuhören. In seiner leicht hektischen Art, verpasst stolpert er gelegentlich über das Beamerkabel und lässt pünktlich alle 10 Minuten den Bildschirmschonder seines, auf Apple gestylten, Laptops angehen, wärend er Tee aus seiner Thermotasse trinkt. Ein typischer Engländer, wie man ihn sich vorstellt.

Donnerstags habe ich wieder nur ein Praktikum am Mittag. Leider war die erste Erfahrung, die ich mit diesem Kurs ("Software Testing and Diagnostics-Seminar") gemacht habe, besonders im Kontrast zu den wirklich guten Vorlesungen, sehr enttäuschend. Der Praktikumsleider konnte nur sehr gebrochen englisch sprechen und musste uns vorzeitig nach Hause schicken, um uns nächste Woche die englische Übersetzung der Inhaltsangabe des Kurses vorlegen zu können.

Freitags hatte ich frei, da die Vorlesungen, letzte Woche noch nicht stattgefunden haben. Regulär habe ich, wie eingangs bereits erwähnt, drei Stunden "Speech Processing" zu Afterclub-Zeiten gefolgt von dem Praktikum "Pattern Recognition". Wie dem auch sei, ich freue mich trozdem auf nächsten Freitag.

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